Die Katze - ein gestresster Patient

Der Stress für die Katze fängt oft schon Zuhause an. Die verhasste Transportbox wird aus dem Keller geholt, die Katze dann unter dem Bett, aus der Kuschelhöhle oder vom Schrank aus dem eigentlich sicheren Rückzugsorten gezogen und mit einem womöglich ganz frischen Handtuch, Zeitungspapier oder auch ohne Decke in die Transportbox gestopft. Hauptsache drin!

Doch für Katzen ist dies ein ernster Vetrauensbruch und so darf man sich nicht wundern, wenn diese einem nach dem Tierarztbesuch erstmal die Kalte Schulter zeigen. Besser wäre es daher so:

Die Vorbereitung Zuhause

  • Katzenkorb schon 1-2 Wochen vorher aus dem Keller holen oder am besten dauerhaft in der Wohnung als Höhle plazieren.
  • 3-4 Tage vor dem Termin eine frische, weiche Decke in den Transportkorb legen, damit diese den Geruch der Katze annehmen kann.
  • Die Decke am besten vor dem Termin mit Pheromon-Sprays (wie z.B. dem Feliway© Transport-Spray) einsprühen. Diese können eine beruhigende Wirkung auf Ihre Katze haben.
  • Ist die Katze in der Box, legen Sie eine große, am besten dunkle Decke, welche auch mit dem Transportspray eingenebelt wurde über den Korb. Geben Sie Ihrer Katze anschließend ca 5 Minuten Zeit um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Unser Tipp:

Zuhause regelmäßig "Boxen-Training" betreiben. Heißt, die Katze zuerst mit Leckerli in den offenen Transportkorb ohne Deckel locken. Sobald die Katze 1 oder 2 Pfoten in die Box gesetzt hat, gibt es ein Leckerli. Dies steigern, bis die Katze weiß: Box = Leckerli.
Anschließend die Übungen mit der Box mit Deckel wiederholen. Geht die Katze dort auch freiwillig hinein, wird für einige Sekunden die Tür geschlossen und dann wieder geöffnet. Diese Übungen können sich über Wochen und vielleicht Monate ziehen, denn Ziel ist es, dass die Katze den Korb mit Belohnung und nicht mit dem Tierarzt verbindet.

Für den Transport eingnet sich ein stabiler Kunststoffkorb, der sich nach vorne und nach oben öffnen (am besten auch "halbieren") lässt. Weidekörbe eignen sich eher schlecht für den Tierarztbesuch, da sie schwer zu reinigen sind und sich unkooperative Patienten nicht so leicht herausholen lassen.

Der Transport

  • Nehmen Sie die große Decke (welche mit dem Transport-Spray eingesprüht wurde) mit und legen Sie sie während des Transportes so über die Box, sodass die Katze nicht sieht, dass sie ihre gewohnte Umgebung verlässt. Heben Sie während des Transportes die Decke nicht an um nach Ihrem Tier zu sehen.
  • Fahren Sie mit dem Auto, sollte die Transportbox entweder auf der Rückbank angeschnallt werden (sofern das Modell der Box dies zulässt) oder in den Fußraum der Rückbank hinter dem Fahrer- oder Beifahrersitz platziert werden.
    Auf keinen Fall die Katze an einer losen Leine oder ohne Korb transportieren! 
  • Fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, stellen Sie die Box entweder auf einen freien Platz neben sich, unter Ihre Füße oder auf Ihrem Schoß. Auch hier gilt: Katze im Korb lassen und Decke nicht anheben.
  • Sind Sie zu Fuß unterwegs, eignet sich vermutlich ein stabiler Transport-Rucksack um das Gewicht besser zu verteileilen.


Während des Transportes gilt: weniger ist mehr! Schenken Sie Ihrer Katze nicht unnötig viel Aufmerksamkeit. Auch wenn sie laut miaut, wird sie nur noch mehr verunsichert, wenn Sie nervös auf sie einreden.

Denn alles was ihre Katze hört ist: "Mein Mensch ruft auch um Hilfe, jetzt stecke ich richtig in der Klemme!"


Beim Tierarzt

Nach dem Tierarzt